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Rechenbeispiel für das Entgelttransparenz-Kostenrisiko

HR-Allgemein 17.03.2025

Die EU-Entgelttransparenzrichtlinie: Strategische Weichenstellung für nachhaltige Vergütungsgerechtigkeit. Aber prüfen Sie Ihre Kostenrisiken!

Die neue EU-Entgelttransparenzrichtlinie 2023/970 verfolgt einen ambitionierten und zugleich wegweisenden Ansatz:

  • Gleichstellung der Geschlechter im Berufsleben durch Fairness bei der Vergütung
  • Schaffung einer gerechten Entgeltkultur, in der Männer und Frauen für gleiche oder gleichwertige Arbeit gleich bezahlt werden
  • Aufbau einer vertrauensvollen Unternehmenskultur durch Transparenz

Gleichzeitig bringt sie im Gegensatz zum derzeitigen deutschen Entgelttransparenzgesetz echte Durchsetzungskraft mit sich – ein „Tiger mit Zähnen“, der Unternehmen spürbar in die Pflicht nimmt. Geschäftsführer und HR-Entscheider sollten daher nicht zögern: Bis spätestens Juni 2026 bleibt nur noch wenig Zeit (etwa ein bis zwei Gehaltsrunden), um das eigene Vergütungssystem auf den Prüfstand zu stellen und so potenziellen Sanktionen und finanziellen Schäden vorzubeugen.

1. Transparenz als strategischer Erfolgsfaktor

Die Richtlinie zielt darauf ab, bestehende Vergütungsstrukturen offenzulegen und so sicherzustellen, dass Männer und Frauen für gleiche oder gleichwertige Arbeit dasselbe Entgelt erhalten. Transparenz ist dabei weit mehr als nur eine rechtliche Verpflichtung – sie ist ein wichtiger Baustein für die Wettbewerbsfähigkeit. Unternehmen, die sich frühzeitig mit dem Thema auseinandersetzen, profitieren von einer klaren Positionierung im Markt und können das Vertrauen ihrer Beschäftigten langfristig stärken.

2. Objektive Analyse ist Pflicht

Laut Richtlinie sind Unternehmen ab 100 Mitarbeitenden künftig verpflichtet, das geschlechtsspezifische Entgeltgefälle regelmäßig zu veröffentlichen. Diese Offenlegung ist jedoch nur dann aussagekräftig, wenn sie auf einer objektiven, fundierten Analyse beruht. Denn die Entgeltlücke zwischen Frauen und Männern (Gender Pay Gap) kann durch verschiedene Faktoren entstehen, beispielsweise unterschiedliche Qualifikationen, Erfahrungsstufen oder die Besetzung verschiedener Funktionsbereiche.

Zentrale Frage: Welche Lohnunterschiede sind objektiv begründbar – und wo liegt eine tatsächliche Diskriminierung vor?
Um diese Frage zu beantworten, haben sich regressionsanalytische Erklärungsmodelle bewährt. Nur durch solche datengestützten Ansätze können Unternehmen sicher sein, dass sie die wahre Ursache beobachteter Entgeltunterschiede identifizieren, die tatsächlich diskriminierende Entgeltlücke aufdecken und geeignete Maßnahmen einleiten.

3. Finanzielle Risiken und rechtliche Konsequenzen

Im Gegensatz zum deutschen Entgelttransparenzgesetz, das bislang als eher „zahnlos“ galt, sieht die EU-Richtlinie deutliche Sanktionsmöglichkeiten vor. Unternehmen, die ihren Nachweispflichten nicht nachkommen oder diskriminierende Praktiken nicht abstellen, drohen:

  • Hohe Schadensersatzansprüche: Beschäftigte können finanzielle Entschädigung einfordern.
  • Bußgelder: Empfindliche Geldstrafen bei Verstößen.
  • Ausschluss von öffentlichen Aufträgen: Ein massiver Wettbewerbsnachteil für viele Unternehmen.

Dieses Sanktionspotenzial unterstreicht die Brisanz des Themas: Ein rein abwartendes Verhalten kann für Unternehmen schnell teuer werden – sowohl finanziell als auch reputationsbezogen.

4. Praxisbeispiel: Der wahre Kostenfaktor

Das Beispiel zeigt, wie stark sich...

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