Wie die bAV zum Retention-Hebel für KMU wird, erfahren Sie in diesem Artikel von Dr. Philip Liebenow, Gründer und Geschäftsführer von ginkgo.
Der Fachkräftemangel ist eine der größten Herausforderungen für Unternehmen in Deutschland. Talente zu gewinnen ist schwer – sie zu halten noch schwieriger. Wo qualifizierte Fachkräfte knapp sind, wird echte Mitarbeiterbindung durch Benefits mit Zukunft entscheidend. Gerade bei kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) wird Retention zur strategischen Zukunftsfrage. Klassische Benefits wie Obstkorb und Firmenrad greifen zu kurz. Was zählt, sind Angebote mit nachhaltiger Wirkung.
Eine dieser Stellschrauben: die betriebliche Altersvorsorge (bAV). Richtig gedacht und modern umgesetzt wird sie vom reinen Pflicht-Benefit zum strategischen Retention-Instrument.
Wie die bAV zum Retention-Hebel für KMU wird, hat Dr. Philip Liebenow, Gründer und Geschäftsführer von ginkgo, bei RETENTIONpro erklärt.
Was ist bAV?
Die betriebliche Altersvorsorge, kurz bAV, ist eine vom Arbeitgeber bezuschusste Zusatzrente. Per Entgeltumwandlung, Mischfinanzierung oder rein arbeitgeberfinanziert können Beschäftigte bzw. ihre Arbeitgeber Beiträge direkt aus dem Brutto in die Vorsorge investieren – ergänzend zur gesetzlichen Rente.
Die bAV hat einen klaren “Dreifach”-Vorteil: Mitarbeitende profitieren von Arbeitgeberzuschüssen, Steuervorteilen und – bei Kapitalanlage über Jahre oder Jahrzehnte – vom Zinseszinseffekt.
Warum die bAV ihr Potenzial heute noch nicht entfaltet
In der Theorie ist die bAV ein sinnvolles Instrument – nicht nur im Kampf gegen die Rentenlücke – sondern auch für langfristige Mitarbeiterbindung. Trotzdem ist die bAV für viele KMU noch kein attraktiver Benefit. Das liegt vor allem an zwei zentralen Herausforderungen:
- Altersvorsorge als ein Problem der Zukunft: Die Rente ist zu weit weg, um heute relevant zu wirken. Das Thema fühlt sich abstrakt und nicht dringlich an – und wird vernachlässigt.
- Wertschöpfungs- und Imageproblem der marktüblichen bAV: Versteckte Abschlussprovisionen, hohe laufende Kosten, intransparente Informationen, manuelle Verwaltung und oft wenig Rendite – klassische bAV-Angebote sind oft weder effizient noch transparent. Das Nutzererlebnis? Mehr Formular als Fortschritt.
Das Ergebnis: Ein Konzept, das auf dem Papier stark ist, verliert in der Realität an Strahlkraft. Doch genau hier liegt die Chance: Eine moderne bAV kann das ändern. Wenn sie hohe Wertschöpfung für Mitarbeitende und Unternehmen schafft und sich an den Prinzipien digitaler Nutzererlebnisse orientiert, wird sie zum attraktiven, zukunftsorientierten Benefit und damit zu einem klaren Wettbewerbsvorteil im Kampf um Talente.
Die private Altersvorsorge setzt Standards
Während die bAV oft noch im Papierzeitalter steckt, hat sich die private Altersvorsorge (pAV)längst neu erfunden. Wie attraktiv Altersvorsorge sein kann, zeigen Player wie Trade Republic oder Scalable Capital. Sie haben es geschafft, Altersvorsorge – ein Thema, das lange als trocken und kompliziert galt – verständlich, digital und greifbar zu machen. Mit Kampagnen wie “Die Rente ist sicher nicht sicher”, “Zinseszinseszinseszinseszinseszins” oder “Wohin mit der Asche von Opa?” treffen sie den Nerv der Zeit.
Mit klarer Sprache, intuitiven Apps und transparenten Produkten haben sie einen Standard gesetzt: Renditeorientiert, flexibel, benutzerfreundlich. Genau hieran muss sich die moderne bAV orientieren. Nur so kann sie die Lücke zwischen traditioneller Vorsorge und modernen Erwartungen schließen – und das werden, was sie in der Theorie längst ist: ein starkes Instrument für finanzielle Sicherheit und echte Mitarbeiterbindung.
Aus Theorie wird echter Benefit: Wie eine moderne bAV funktionieren kann
Die bAV kann endlich zu einem wertgeschätzten Teil der Vergütung werden, wenn sie richtig umgesetzt wird....